Der zweite Profi-Sieg: Audi Quattro Trophy 1991

Vom Buben zum gestandenen Mann

Wer annimmt, der Start in die Profigolf-Welt ist einfach, täuscht sich. Man muss sich die ersten Lorbeeren über Ranglistenturniere, Mini-Touren und Qualifikationen erkämpfen, um einmal ganz nach oben zu kommen. Die Preisgelder sind gering, das Leben gleicht dem eines Vagabunden und die Ergebnisse, sind nicht immer die, die man sich vorstellt. Dies alles hat den Charakter von Alexander Cejka geprägt, denn den Biss und den starken Willen, die Spitze des Karriere-Berges zu erklimmen, hat er aus seiner Jugend mitgebracht. Blickt man auf seine Vorbilder, erfährt man sehr viel über den Menschen Cejka. „Im Golfsport ist Jack Nicklaus mein Vorbild, in anderen Sportarten fasziniert mich zum Beispiel Petre Korda und fürs Leben beeindruckt mich Vaclav Havel.“ Alles Männer, die großes in ihrem Leben erreicht haben. Auch die Karriere von Franz Beckenbauer hat Cejka beeindruckt. „Mit ihm möchte ich mich gerne einmal länger ungestört unterhalten. Wir kennen uns zwar, jedoch gab es noch nie die Gelegenheit für ein privates Gespräch.“

Der Weltenbummler

In Czechien geboren, in Deutschland aufgewachsen und in Amerika lebend – Alexander Cejka ist zum „Weltenbummler“ geworden. Seine Heimat war Boca Raton, Florida. Hier wohnte er in einem Appartement und konnte auch mal die Seele baumeln lassen. „In Florida konnte ich am besten beim Jetski fahren relaxen. Ab und zu las ich auch mal ein Buch. Das letzte war von Allen Carr: Endlich Nichtraucher. Ich muss jedoch gestehen, dass ich nur bis Seite 35 gekommen bin. Zur Entspannung schaue ich mir auch gerne Action-Filme an. Zu meinen Hobbies gehört unter anderem Tennis spielen, Angeln, Speed-Boot fahren und schöne Urlaube machen, wenn es die Zeit erlaubt.“ Eine Lieblingsstadt hat Cejka in den USA auch – Las Vegas, die Stadt die niemals schläft. Im November verlegte er seinen Wohnsitz von Florida nach Bullhead City, Arizona, nur 90 Autominuten südlich von Las Vegas entfernt. Warum der Umzug von Florida nach Arizona ? „Die Golfplätze in Florida waren in einem ganz schlechten Zustand und damit waren gute Trainingsmöglichkeiten nicht gegeben, vor allem in Boca Raton. Es war sehr heiß dort. Hier ist es zwar auch heiß, jedoch nicht so schwül wie in Florida und ich finde die Gegend um Las Vegas richtig gut.“ Wenn man dies alles zusammenfasst, kann man den Eindruck gewinnen, das ganze Leben des deutschen Profi-Golfers findet auf der Überholspur statt – schnelle Autos, Jetski fahren, Las Vegas, Action-Filme. Dies ist aber nicht so, denn Cejka hat bisher immer das richtige Maß zwischen Beruf und Privatleben gefunden, obwohl die Gefahr besteht, bei einem solchen „Zigeunerleben“ irgendwann abzudriften und die Bodenständigkeit zu verlieren. „Ich habe keine andere Wahl, als durch die Welt zu reisen, wenn ich meinen Beruf ernst nehmen will. Ich habe es mir ja selbst ausgesucht. Das geht schon, bisher konnte ich Beruf und Privatleben gut koordinieren.“
Zusammenfassend kann man den Menschen Alexander Cejka wohl so beschreiben:
Er ist ein ehrgeiziger Sportler, der die Herausforderung sucht (Lieblingsgolfplatz: Augusta National) und annimmt, hart arbeitet und kämpft, ohne sich jedoch selbst zu überschätzen. Er ist ein Vollblut-Sportler, der allerdings von Jugend an den Blick für das reale Leben nie verloren hat und sich bis heute eine gesunde Portion „Kind im Manne“ erhalten hat.